Kennzeichen in Carbon-Optik sind seit einiger Zeit in Deutschland erlaubte Alternativen zu den bisher üblichen Kennzeichen. Auch sie werden ähnlich wie die klassischen Kennzeichen geprägt, dabei entsteht eine strukturierte Oberfläche, die leicht hervorsteht. Zusätzlich werden die Prägungen mit einer Carbon-Optik veredelt. Das gilt sowohl für die Zahlen und Buchstaben als auch für den Rand des Nummernschildes.

Kennzeichen in Carbon-Optik

Hochwertiger Carbon-Look am Fahrzeug

Für viele Deutsche ist das Auto nach wie vor „das liebste Kind“ und sie hegen und pflegen ihr Fahrzeug. Doch das Nummernschild war bis vor Kurzem teilweise ein rechter Schandfleck am ansonsten perfekten Auto. Durch die Kennzeichen in Carbon-Optik ist dieses Problem endlich hinfällig und der neue Look weiß auch an getunten Fahrzeugen zu überzeugen. Eingesetzt wird hier der Thermotransferdruck, mit dessen Hilfe sich die Carbon-Optik erzeugen lässt. Somit wird ein sehr hochwertiger Look erreicht, mit dem das Kennzeichen selbst zum absoluten Hingucker wird. Das Fahrzeug in seiner Gesamtheit natürlich auch.

Für alle, die sich nun fragen, was Carbon überhaupt ist: Es handelt sich dabei um einen Faserverbundwerkstoff, der bereits aus dem Motorsport bekannt ist. Auch die Hersteller sehr hochpreisiger Fahrzeuge setzen auf die Kohlefaser, die aus zwei Komponenten besteht. Carbon ist eigentlich kein Werkstoff für sich, sondern ein Materialmix und müsste eigentlich als kohlefaserverstärkter Kunststoff bezeichnet werden. Die Eigenschaften des Carbons überzeugen dank dieser Materialkombination auf ganzer Linie, denn der Verbundwerkstoff ist besonders leicht und überaus stabil. Die Kohlestofffasern sind äußerst dünn und lassen die Erstellung sehr komplexer Formen zu. Sie haben das Zeug dazu, Aluminium und Stahl als konventionelle Werkstoffe abzulösen. Carbon ist jedoch sehr teuer. Sicherlich mag dies auch ein Grund dafür sein, warum bei Kennzeichen in Carbon-Optik kein echtes Carbon zum Einsatz kommt, sondern nur eine Carbon-Optik. Der bereits erwähnte Thermotransferdruck bringt die klassische Struktur des Verbundwerkstoffes auf das Kennzeichen bzw. auf die Prägungen des Nummernschildes auf, die fortan im Carbon-Look erscheinen.

Kennzeichen in Carbon-Optik sind legal

Die Kunststoff-Kennzeichen, die in Carbon-Optik gehalten sind, wurden im Oktober 2018 in Deutschland erlaubt, die Kennzeichen aus Aluminium mit Carbon-Prägung hingegen sind erst seit Juni 2019 zugelassen. Sie erfüllen nun alle Vorgaben, die der Gesetzgeber hinsichtlich der Kraftfahrzeugkennzeichen aufgestellt hat. Auf der Vorderseite prangt als Zeichen für die Einhaltung der Regelungen das DIN-Prüfzeichen. Maßgeblich ist hier die DIN 74069:1996-07, die eine reflektierende Oberfläche für das Kennzeichen vorschreibt. Durch die Einhaltung dieser Norm ist die Zulassung der Kennzeichen für die Verwendung an Fahrzeugen, die am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, endlich erlaubt.

Alte Kennzeichen in Kennzeichen mit Carbon-Optik tauschen: So geht’s ganz einfach

Nicht nur bei einer Neuzulassung eines Pkw ist es möglich, neue Kennzeichen in Carbon-Optik zu erhalten. Auch der Tausch alter Kennzeichen gegen neue für die Verwendung an dem bisherigen Fahrzeug ist möglich. Der Tausch selbst kann bei der zuständigen Zulassungsstelle vorgenommen werden. Dort werden die alten Siegel entfernt, damit die früheren Kennzeichen entwertet sind. Die neuen Nummernschilder bekommen ein Siegel aufgeklebt. Wichtig ist das Mitführen folgender Unterlagen, wenn der Tausch beantragt werden soll:

  • Personalausweis
  • alte Kennzeichen
  • neue Kennzeichen in Carbon-Optik
  • Zulassungsbescheinigung Teil I und II
  • Nachweis über die letzte HU
  • evtl. Vollmacht, falls der Fahrzeughalter nicht selbst den Tausch vornehmen lassen möchte

Im Zuge der aktuellen Pandemie kann es sein, dass die Beantragung des Tausches online bei der Zulassungsstelle gefordert wird. Die genannten Unterlagen werden dann einfach nur in einen Briefumschlag gelegt und mit dem geforderten Antragsformular in den Briefkasten der Zulassungsstelle geworfen. Diese ruft nach Erledigung an und Unterlagen sowie neue Kennzeichen können dann wieder abgeholt werden. Die Bezahlung des Vorgangs ist meist per Überweisung gefordert. Tipp: Geht es um die Ausstellung neuer Kennzeichen in Carbon-Optik für einen Firmenwagen, so wird zusätzlich ein Auszug aus dem Handels- oder Vereinsregister benötigt. Werden die Nummernschilder durch einen minderjährigen Fahrzeughalter beantragt, ist zusätzlich die Erlaubnis der Eltern bzw. der Erziehungsberechtigten nötig, diese müssen außerdem ihre Ausweispapiere beibringen.

Vorteile durch Kennzeichen in Carbon-Optik

Die Vorteile der neuen Kennzeichen in Carbon-Optik lassen sich ganz leicht zusammenfassen: Diese Nummernschilder sehen einfach gut und sportlich aus! Der Look des Fahrzeugs wird deutlich aufgewertet, das alte, langweilige Nummernschild kann endlich abmontiert werden. Das Auto wirkt dadurch individueller und wertiger, was vor allem für Tuningfreunde relevant ist. Die hochwertigen Aluminium-Schilder bieten überdies den Vorteil, dass sie gegenüber den Produkten aus Kunststoff höheren Belastungen standhalten, denn sie sind deutlich bruchfester. Aluminium ist robust und langlebig, die Freude an den neuen Kennzeichen dürfte damit länger erhalten bleiben. Andere Verkehrsteilnehmer erkennen das Nummernschild durch die erhabene Prägung besser, das gesamte Fahrzeug kommt besser zur Geltung. Zusätzlich sind die neuen Kennzeichen deutlich robuster und passen sich dank ihrer Flexibilität an die Karosserie des Autos an. Die Witterung schadet der Prägung nicht, sie verblasst oder verkratzt dadurch nicht. Der Grund dafür ist die Durchfärbung der Buchstaben und Zahlen, hier wird nicht nur die Oberfläche dunkel gefärbt. Hinzu kommt, dass die neuen Schilder nicht gravierend teurer sind als die klassischen Kennzeichen.

Sonderkennzeichen bei Nummernschildern in Carbon-Optik

Kennzeichen in Carbon-Optik sind keineswegs nur für die Halter der üblichen Pkw relevant, sondern es gibt diese Schilder auch für Sonderkennzeichen. Ein Elektrofahrzeug mit der bekannten E-Kennzeichnung kann daher ebenso wie das nur saisonal zugelassene Fahrzeug mit einem Carbon-Kennzeichen ausgerüstet werden. Auch für Oldtimer sind diese Nummernschilder erhältlich, wenngleich sie hier oft nicht gewünscht werden, weil sie den originalen Look der Fahrzeuge beeinträchtigen. Möglich ist zudem die Kombination verschiedener Sonderkennzeichen: Das H-Kennzeichen kann auch nur die saisonale Zulassung anzeigen, auch Elektrofahrzeuge werden oft nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Jahr gefahren und sind für die Nutzung in dieser Zeit zugelassen. Das Carbon-Kennzeichen deckt alle diese Eventualitäten ab. Händlerkennzeichen oder steuerbefreite Kennzeichen hingegen, wie sie zum Beispiel in der Landwirtschaft üblich sind, können jedoch nicht als Kennzeichen in Carbon-Optik gewählt werden.


FAQs zu Kennzeichen in Carbon-Optik

  • Es muss keine Neuzulassung eines Fahrzeugs abgewartet werden, um neue Kennzeichen in Carbon-Optik zu bekommen. Der Tausch in diese Kennzeichen ist jederzeit möglich. Wichtig ist dafür die Beantragung des Tauschs bei der Zulassungsstelle, wo alle nötigen Unterlagen vorgelegt werden müssen. Wird ein Bevollmächtigter zur Abholung der Kennzeichen bestimmt, muss dieser eine unterschriebene Vollmacht sowie seine Ausweispapiere mitbringen.

  • Ja, seit geraumer Zeit sind Carbon-Kennzeichen in Deutschland erlaubt. Die Kunststoffvariante ist bereits seit 2018 in Deutschland zugelassen, die Variante aus robustem Aluminium erst seit 2019. Wichtig ist das Siegel der DIN Prüfung, das die Zulässigkeit des Kennzeichens bestätigt.

  • Ein Kennzeichen in Carbon-Optik ist aus Aluminium oder einem Hightech-Kunststoff gefertigt. Die Buchstaben und Zahlen werden durchgedrückt und erhalten damit eine dreidimensionale Optik. Die gesamten Prägungen erscheinen auf diese Art, sie sind durchgefärbt und daher nicht anfällig für Witterungseinflüsse.

  • Diese Kennzeichen können für alle Fahrzeuge verwendet werden. Das heißt, sie sind für alle Autos und Lkw, für Elektrofahrzeuge oder Oldtimer zulässig. Sie können allerdings nicht für Händlerkennzeichen oder für steuerbefreite Fahrzeuge und deren Nummernschilder verwendet werden. Ansonsten gibt es keinerlei Beschränkungen, auch Zweiräder (Motorradkenzeichen) können mit diesem Kennzeichen ausgestattet werden.