Zweite Stufe der Euro-Norm 6e tritt in Kraft – Was Entwickler und Autofahrer wissen müssen

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Zweite Stufe der Euro-Norm 6e tritt in Kraft – Was Entwickler und Autofahrer wissen müssen

Warum wurde Euro 6e eingeführt?

Die Abgasnorm Euro 6e wurde eingeführt, um die Lücke zwischen Euro 6d und der kommenden Euro-7-Verordnung zu schließen. Der Fokus liegt darauf, die tatsächlichen Emissionen im Straßenverkehr realistischer abzubilden. Mit früheren Normen konnten Fahrzeuge zwar auf dem Prüfstand überzeugen, doch im Alltag stießen sie oft deutlich mehr Schadstoffe aus.

Ab 1. Januar 2025 müssen alle neuen Fahrzeugtypen die zweite Stufe der Euro 6e-Norm erfüllen – ab 2026 gilt dies dann auch für alle Neuzulassungen. Dabei rücken die sogenannten Real Driving Emissions (RDE) in den Fokus. Der bisher erlaubte „Puffer“ bei Emissionsmessungen im realen Fahrbetrieb – der sogenannte Conformity Factor – wird drastisch reduziert. Hersteller sind gefordert, ihre Abgassysteme unter vielfältigen realen Bedingungen sauber zu halten.

Die EU will mit Euro 6e also sicherstellen, dass Fahrzeuge nicht nur unter Laborbedingungen, sondern auch auf der Straße sauber sind. Für Entwickler bedeutet das: Kein Spielraum mehr für Tricks. Für Autofahrer: Ein echter Schritt zu besserer Luft und mehr Ehrlichkeit.



Was ist neu bei Euro 6e im Vergleich zu Euro 6d?

Euro 6e bringt keine völlig neuen Grenzwerte – wohl aber eine Verschärfung der Prüfbedingungen. Das Ziel ist, Manipulationsmöglichkeiten zu verhindern und die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu schließen.

  • RDE-Tests (Real Driving Emissions) werden härter – und müssen für mehr Fahrsituationen gelten (z. B. bei Kälte).
  • Der Übereinstimmungsfaktor (Conformity Factor) wird gesenkt – realistische Emissionen rücken näher an Laborwerte.
  • On-Board Fuel Consumption Monitoring (OBFCM) wird verpflichtend für alle neuen Fahrzeuge.

Für Entwickler heißt das: Die Zeit einfacher Prüfstand-Abstimmungen ist vorbei. Es braucht adaptive Software, temperaturstabile Katalysatoren und bessere Sensorik. Wer bereits mit Euro 6d gut gearbeitet hat, hat jetzt eine solide Basis – doch auch kleine Unterschiede in der Nachbehandlung und Datenüberwachung können nun entscheidend sein.

Vergleichstabelle: Euro 6d vs. Euro 6e (Stufe 1 & 2)

Kriterium Euro 6d Euro 6e Stufe 1 (EA) Euro 6e Stufe 2 (EB)
Gültig für neue Typen ab 2021 Sept 2023 Jan 2025
Conformity Factor NOx (RDE) 1,43 1,1 1,0 (praktisch null Toleranz)
Onboard Fuel Consumption Monitoring (OBFCM) optional Pflicht Pflicht + Transparenzvorgaben
Transparenz zu Emissionsstrategien nicht gefordert nicht gefordert Pflicht (AES/BES müssen offengelegt werden)
PHEV-Nutzfaktor realitätsnäher nein teilweise ja (angepasst an reales Nutzerverhalten)




Was ändert sich mit der Stufe 2 (EB) ab 2025 konkret?

Die zweite Stufe der Euro 6e bringt zwei entscheidende Erweiterungen:

  1. Pflicht zur Offenlegung von Emissionsstrategien:
    Jede Softwarestrategie zur Emissionskontrolle (z. B. bei Motorkaltstart oder Bergfahrten) muss dokumentiert und geprüft werden. Das betrifft besonders sogenannte Auxiliary Emission Strategies (AES). Der Prüfer erkennt sofort: Wird im Labor anders agiert als im Alltag?
  2. Neuberechnung des Nutzfaktors bei Plug-in-Hybriden:
    Die CO₂-Bilanz eines PHEV richtet sich künftig nach echtem Lade- und Fahrverhalten. Wer den Stecker nie nutzt, bekommt nicht länger grüne Zahlen geschenkt.

Damit wirkt Euro 6e wie ein Prüfstein für die kommende Euro 7 – und ein Frühwarnsystem für technische Schwächen im Systemdesign.

Was bedeutet Euro 6e für Verbraucher und Entwickler?

Für Verbraucher ändert sich kurzfristig wenig – es sei denn, Sie wollen 2025 ein neues Auto zulassen. Dann sollten Sie sicherstellen, dass das Fahrzeug bereits Euro 6e Stufe 2 (36EB) erfüllt. Es ist die beste Basis für eine nachhaltige und zulassungssichere Mobilität.

Für Entwickler und Hersteller bedeuten die neuen Regeln eine Weiterentwicklung in allen Bereichen:

  • Softwarearchitektur muss offen, prüfbar und robust sein.
  • Messsensorik muss RDE-Messungen unter allen Bedingungen standhalten.
  • Datenübertragungssysteme wie OBFCM müssen nahtlos ins Fahrzeugkonzept integriert sein.

Pro-Tipp: Wer als Entwickler Euro 6e sauber umsetzt, legt das Fundament für Euro 7. Wer heute nur Übergangslösungen baut, wird 2026 doppelt zahlen.

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